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Das Eichstätter Reinheitsgebot

Der große Bruder des Bayerischen Reinheitsgebotes - In Eichstätt braut man bereits seit 700 Jahren nur mit Hopfen, Wasser und Malz.

2016 feierte das Bayerische Reinheitsgebot seinen 500. Geburtstag: Bayernherzog Wilhelm IV. verkündete am 23. April 1516, dass nur Hopfen, Wasser und Malz für den Brauprozess verwendet werden dürften und erließ damit die erste Regelung für Bier, die für ganz Bayern galt.

1516 sah die politische Landkarte noch ganz anders aus als heute. Der Herrschaftsbereich des Herzogs umfasste in etwa das Gebiet des heutigen Ober- und Niederbayerns. Das restliche Land teilte sich auf in Reichsstädte, Markgrafentümer, Grafschaften, Herzogtümer und natürlich Fürstbistümer wie Eichstätt eines war. Und genau dort dürften die Brauer 1516 nur milde gelächelt haben, als das „Bayerische Reinheitsgebot” im nahen Ingolstadt verkündet wurde. In Eichstätt nämlich befolgten sie schon fast 200 Jahre länger ihr eigenes Reinheitsgebot – und damit das älteste, das bisher bekannt ist.

Am 25. November 1319 hielt der Magistrat der Stadt Eichstätt mit schnörkeliger Handschrift im Protokollbuch fest, was Fürstbischof Philipp von Ratsamhausen bestimmt hatte: „Es soll auch jeder Sud mindestens zur Hälfte aus Gersten bestehen, und man soll nichts anderes hineinsieden als Hopfen“. Damit unterscheidet es sich inhaltlich nicht von der 200 Jahre jüngeren Version von Herzog Wilhelm IV.

Der Gedanke war, den teils abstrusen Inhaltsstoffen, mit denen das Bier gewürzt wurde, den Garaus zu machen – darunter Zutaten wie Ochsengalle, Katzenhirn, Tabak und Pech.

Zwar wurde schon in den 1930er Jahren in einem Buch auf das Eichstätter Reinheitsgebot hingewiesen, der Ursprungstext aber kam erst vor wenigen Jahren bei Nachforschungen über die Geschichte der Eichstätter Brauerei Hofmühl ans Licht – und auch diese ist eine historische Institution der bayerischen Braugeschichte: Die heutige Privatbrauerei zu Füßen der mächtigen Eichstätter Willibaldsburg wurde bereits im Jahr 1492 durch den Eichstätter Fürstbischof Wilhelm von Reichenau gegründet.

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