Franken - Heimat der Biere.

Vier auf einen Streich:
Aufseß hält den Rekord der größten Brauereidichte

Die Zahl der Brauereien und die Vielfalt der Biersorten in Franken sind legendär. Doch ein kleiner Ort in der Fränkischen Schweiz schafft es sogar, weltweit an der Spitze zu stehen: Aufseß ist stolzer Rekordhalter in Sachen Brauereidichte. Dass so ein Rekord keine trockene Angelegenheit ist, erfährt man am besten bei einer Tour auf dem Brauereiweg rund um Aufseß.

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Seit dem Jahr 2001 es ist mit dem Eintrag ins „Guinessbuch der Rekorde“ quasi „amtlich“: Aufseß verfügt über die größte Brauereidichte der Welt. Diese Spitzenstellung verdankt es seinen vier Brauereien. Bei gerade einmal rund 1.500 Einwohnern kommt damit eine Brauerei auf nur 375 Personen. Von ihnen hat die Brauerei Rothenbach ihren Sitz direkt in Aufseß, während die Brauerei Stadter (Sachsendorf), die Brauerei Reichhold (Hochstahl) und die Brauerei Kathi-Bräu (Heckenhof) zum Biergenuss in den Aufseßer Ortsteilen einladen.

Zu Recht sind die Aufseßer stolz auf ihren Rekord und ihre Brauereien – und wer in der Fränkischen Schweiz unterwegs ist, sollte sich diese Vielfalt nicht entgehen lassen. Damit man auch keine der vier Brauereien verpasst, werden sie durch den 15 Kilometer langen Brauereiweg verbunden. Das entspricht einer Tour von rund vier Stunden, aber man sollte sich auf alle Fälle mehr Zeit einplanen, um genügend Muße für den Besuch der Brauereien und ihrer Brauereigasthöfe zu haben.

Landpartie zum Landbier

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Die einzelnen Etappen zwischen den Brauereien sind natürlich perfekt für eine Wanderung geeignet. Wer in Aufseß startet, hat bereits nach fünf Kilometern in Sachsendorf die Möglichkeit zur ersten Einkehr – und hier hat das Bierbrauen wirklich große Tradition. Bereits 1552 wurde die erste Brauerei in Sachsendorf urkundlich erwähnt. Die Familie Stadter übernahm die Brauerei im Jahr 1884 und auch wenn seitdem viele Jahre ins Aufseßer Land gezogen sind, hat sich doch nichts an der Leidenschaft der Stadters für ihr Bier geändert. Das merkt man zum Beispiel, wenn man sich im Brauereigasthof das Sachsendorfer Landbier schmecken lässt. Das wird nicht nur nach dem Rezept des Urgroßvaters gebraut, sondern auch traditionell mit Holzfeuerung.

So gestärkt, nimmt man die nächsten fünf Kilometer in Angriff, die nach Hochstahl und damit zur Brauerei und zum Gasthof der Familie Reichold führen. Seit 110 Jahren befindet sich diese bereits im Familienbesitz, während derer sie ihr fränkisches Lagerbier und ihr bernsteinfarbiges Zwickl-Bier perfektioniert haben. Für Gruppen öffnen die Reicholds gerne die Tore ihrer Brauerei, um ihnen bei einer Führung samt Bierverkostung die Vorgänge im Sudhaus, im Gär-, Lager- und Filterkeller und in der Abfüllanlage näher zu bringen.

Einkehr bei der süffigen Kathi

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Nach nur zwei weiteren Wegkilometern ist Heckenhof die nächste Station auf dem Brauereiweg und damit auch die urgemütliche Brauereigastwirtschaft der Kathi-Bräu samt Biergarten. Besonders beliebt ist hier das dunkle Lagerbier. Wer übrigens am letzten Augustwochenende durch Heckenhof wandert, findet sich inmitten des Treibens der traditionellen „Kathi-Bräu Kerwa“ wieder.

Nach der Kathi-Bräu ist man auch schon auf dem letzten, ebenfalls zwei Kilometer langen Stück der Wandertour angekommen, die an der Aufseßer Brauerei Rothenbach und dem dazugehörigen Brauereigasthof endet. Hier hat man die Wahl zwischen Aufseßer Pils und Festbier, Dunkel, Weizen oder Zwickl. Und wer zwischendurch etwas Süßes gegen den Durst möchte, lässt sich einfach ein „Gluggerla“ schmecken – so heißen nämlich die Limonaden und Schorlen, die ebenfalls in der Brauerei hergestellt werden. Ein schöner Abschluss ist auch hier eine Brauereiführung für Gruppen mit Bierprobe: wahlweise auch gleich mit deftig Fränkischem aus der Küche des Gasthofes.

Ein Bier in allen Ehren

In jeder der Brauereigaststätten auf der Tour ist übrigens auch der „Brauereiweg-Wanderpass“ erhältlich. Wer unterwegs einkehrt, erhält einen Stempel – und wird dafür mit einer Urkunde belohnt, die den Wanderer als „Fränkischen Ehrenbiertrinker der Weltmeisterbrauereien“ auszeichnet.


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