Franken - Heimat der Biere.

Köstlichkeit aus der Dunkelheit:
Fränkische Hopfensprossen

Dass Spargel – das anspruchsvolle Königsgemüse – in Franken hervorragend gedeiht, ist ja bekannt. Im Hopfenspargel, wie die Hopfensprossen auch genannt werden, bekommt das Frühlingsgemüse adelige „Konkurrenz”: Sie stammt aus dem Hopfenanbaugebiet Spalt, schmeckt köstlich und wird nur über einen sehr kurzen Zeitraum serviert.

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Während die Hopfenranken mit Leichtigkeit in die Höhe wachsen, liegt das Geheimnis der Hopfensprossen unter der Erde. Im Frühjahr, noch bevor der bei Brauern in der ganzen Welt begehrte „Spalter Aromahopfen” austreibt, graben die Hopfenbauern die Erde auf und zupfen die überzähligen Wurzeltriebe vorsichtig ab, um dem Hopfen zu einem kräftigeren Wachstum zu verhelfen. Genau diese Triebe, nur wenige Zentimeter lang und von heller Farbe, sind die Hopfensprossen

Karriere in der Spezialitätenküche

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Dabei haben die Hopfensprossen im Laufe der Jahrhunderte eine beachtliche Karriere hingelegt. Früher galten sie, zubereitet zu einfachen Mahlzeiten, als Arme-Leute-Essen und gerieten sogar fast in Vergessenheit – heute hingegen sind sie eine heiß begehrte Spezialität. Genießen kann man sie unter anderem im Landgasthof Fiedler in Oberroßbach bei Dietersheim. „Ich freue mich jedes Jahr auf den leicht nussig-süsslichen Geschmack der Hopfensprossen”, schwärmt Küchenchef Markus Fiedler und betont, dass die Sprossen noch gar nichts von der späteren, für den Brauprozess nötigen Bittere der Hopfendolden in sich tragen. 

Aus den Hopfensprossen zaubert Markus Fiedler ganz klassisch einen Salat oder eine cremige Suppe, reicht es aber auch gerne als feines Rahmgemüse. „Die Sprossen passen hervorragend zu allem Kurzgebratenen wie etwa Roastbeef oder Rinderfilet. Aber auch mit Lachs oder Waller gehen sie eine leckere Kombination ein“, empfiehlt der Küchenchef. Das ganze rundet er mit weiteren fränkischen Gemüsespezialitäten wie etwa der Kartoffelsorte „Bamberger Hörnla” ab. 

Zarte Pflänzchen aus Spalt

Auch beim Hopfen selbst setzt Fiedler ganz auf Regionalität und verwendet nur Sprossen vom „Spalter Aromahopfen”. Langfristig im Voraus bestellen kann er den Hopfenspargel allerdings nicht: Dafür ist das Erntezeitfenster mit nur rund zwei Wochen einfach zu klein. Zudem ist die Ernte im Vergleich mit anderen Gemüsesorten sehr aufwendig: Rund ein bis zwei Stunden braucht man, bis ein Kilo der zarten Triebe zusammenkommt. „Auch vom Wetter hängt eine ganze Menge ab”, erzählt Fiedler weiter. „Wenn es zu kalt war, sind die Sprossen zu klein, um sie zu ernten .” Deshalb steht Fiedler jedes Frühjahr aufs Neue mit „seinen” Hopfenbauern in Spalt in Kontakt, um den Erntezeitraum auf keinen Fall zu verpassen und die Hopfensprossen so frisch wie möglich servieren zu können.

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So gesehen, sind die Hopfensprossen tatsächlich so etwas wie die „Prinzessinnen“ unter dem fränkischen Gemüse. Wer also jetzt im Frühling ein Gericht mit Hopfensprossen auf einer Speisekarte entdeckt, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen – und das ganze natürlich mit einem fränkischen Bier abrunden, am besten gebraut aus „Spalter Aromahopfen”.

Übrigens: Das ganze Jahr über lohnt sich ein Besuch im neuen „HopfenBierGut” in Spalt, das als Museum und Brauwerkstatt in die vielfältige Welt des fränkischen Hopfens einlädt.


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