Franken - Heimat der Biere.

Hoch auf dem Bierkeller und tief im unterirdischen Labyrinth:
Ein Besuch in Frankens Bierstädten

Frankens Städte sind immer für eine Überraschung gut – und nicht selten entdeckt man diese in traditionsreichen Brauereien, auf idyllischen Bierkellern und in geheimnisvollen Labyrinthen.

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In Bamberg gilt dabei das Motto „Bierkultur im Welterbe“: Das gesamte Altstadtensemble trägt den Rang einer UNESCO-Welterbestätte. Zu diesem Ensemble zählt auch das Kloster auf dem Michaelsberg. Vor rund 1.000 Jahren war genau dieses Kloster die Keimzelle der Bamberger Braukultur. Bis 1969 wurde hier der Sudkessel angeheizt – heute beherbergen die Klostergewölbe das Fränkische Brauereimuseum. Gebraut wird in Bamberg natürlich immer noch: Das legendäre Bamberger Bier, darunter köstliches Rauchbier, Kellerbier, Ungespundetes und Lagerbier, entsteht in den zehn Brauereien der Stadt. Mit viel Leidenschaft halten sie zusammen mit zwei Mälzereien und einer Braumaschinenfabrik die Bamberger Braukultur hoch und laden zu genussvollen Stunden in ihren urigen Brauereigaststätten und auf den traditionellen Bierkellern ein.

Bamberg, Bayreuth, Bierkultur

Doch damit hört das Biererlebnis nicht auf: Da erkundet man zum Beispiel mit der „BierSchmecker®Tour“ auf eigene Faust Bambergs Braukultur, taucht bei der Bierverkostung „1516 – 500 Jahre Reinheitsgebot“ in die Geschmacksvielfalt historischer Biersorten ein oder geht auf kulinarische Entdeckungsreise mit „Barock, Bier und Bratwürsten“. Zusätzlich lädt das neue Gästezentrum der Mälzerei Weyermann zu Führungen und Seminaren ein.

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Auch Bayreuth verfügt mit dem Markgräflichen Opernhaus über eine UNESCO-Welterbestätte, und auch hier ist man stolz auf eine jahrhundertealte Bierkultur. Zudem hat die Stadt in Sachen Bier eine geschmackvolle Neuigkeit zu bieten: Erst vor wenigen Wochen feierte die neue „Maisel & Friends Brauwerkstatt“ Eröffnung. Die Brauerei Gebr. Maisel ist eine der Institutionen der Bayreuther Bierkultur und ermöglicht es nun, in der Brauwerkstatt den Brauprozess hautnah zu erleben und die Kreationen aus der Werkstatt gleich nebenan im Restaurant „LiebesBier“ zu genießen – zum Beispiel im Rahmen eines „Bierkulinariums“.

Das süffige Geheimnis der Bayreuther Unterwelt

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Wie viel lebendige Biergeschichte Bayreuth zu bieten hat – allein für das Jahr 1623 nennt die Stadtchronik 83 Braustätten – entdeckt man bei den vielen Erlebnisangeboten rund ums Bier. Da hört man bei der „Bierkutscher-Führung“ viele „Gschichtla” rund um den Gerstensaft, genießt man bei „Schlösser und Bierkultur“ die Pracht der Bayreuther Markgrafenschlösser in Verbindung mit fränkischen Schmankerln oder startet bei einer Bierwanderung in einen Tag voller Genuss. Auf keinen Fall sollte man sich die Unterwelt der Stadt entgehen lassen: Über viele Kilometer erstrecken sich unter der „Bayreuther Bierbrauerei AG“ jahrhundertealte Tunnel und Felsenkeller, die lange Zeit als Bierkeller genutzt wurden. Heute beherbergen sie ein unterirdisches Museum mit Sehenswertem und Kuriosem rund ums Bier – ideal für Führungen und Bierproben.

Geschichte in der „heimlichen Hauptstadt des Bieres“

Kulmbacher Bierwoche

Ohne einen Museumsbesuch würde man sich auch in Kulmbach einen bierigen Höhepunkt entgehen lassen. Schließlich ist die Stadt Heimat des Bayerischen Brauereimuseums, wo man dem Braumeister im gläsernen Sudhaus über die Schulter schaut und bei Bierseminaren in die Brauerwelt eintaucht. Seinen Ruf als "heimliche Hauptstadt des Bieres“ verdankt Kulmbach aber nicht nur dem Museum, sondern auch den 28 Biersorten der Kulmbacher Brauerei und der legendären Bierwoche (30. Juli bis 7. August 2016).

Inbegriff des guten Biers

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Beim Thema "legendäre Bierfeste" führt kein Weg an der „Erlanger Bergkirchweih” vorbei (12. bis 23. Mai 2016), über die der SeidlaPOST kommenden Sonntag in der „Story der Woche“ ausführlich berichten wird. Doch in Sachen Bier lohnt sich Erlangen immer, schließlich blickt die Markgrafenstadt auf eine lange Bier- und Brauereiengeschichte zurück: Bis zu 18 Brauereien existierten noch vor rund 150 Jahren in der Stadt. Deren Biere wurden sogar bis nach Übersee exportiert, wo ein „Erlanger“ als Inbegriff des guten Exportbiers galt. Heute bieten die beiden Erlanger Brauereien das ganze Jahr über Brauereiführungen an, die sich ideal mit einer Bierprobe und einer zünftigen fränkischen Brotzeit ergänzen lassen. Ein besonderes Vergnügen sind zudem die „bierigen“ Stadtführungen und genussvollen Pauschalen rund ums Erlanger Bier sowie der Erlanger Brauereienweg.

Unterwegs zum Schlappeseppel

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Wunderbar auf Tour gehen lässt es sich auch in Aschaffenburg, der Bierstadt mit der höchsten Kneipendichte Bayerns. Vor allem die Traditionsgaststätte „Schlappeseppel“ ist eine Institution in Aschaffenburg. Das gleichnamige, preisgekrönte Bier wurde bereits 1631 auf Geheiß des Schwedenkönigs Gustav Adolf zum ersten Mal gebraut. Am Sudkessel stand dabei der hinkende, also „schlappe“ Seppel, der dem Bier seinen Namen gab. Ausgeschenkt wird es, frisch gezapft vom Fass, heute in mehr als 50 Aschaffenburger Gaststätten, mehr über seine Geschichte erfährt man im Brauereimuseum des „Schlappeseppel“. Und wer noch weiter auf den historischen Spuren der Trinkkultur wandeln möchte, für den empfiehlt sich der Stadtrundgang „Von Schlappeseppel und Pompejaner – Das Trinken und Betrinken in Aschaffenburg“.

Um den Reigen der fränkischen Bierstädte komplett zu machen, fehlt noch eine ganz besondere Stadtpersönlichkeit: Mit über 700 Jahren Braukultur hat Nürnberg eine besondere Bedeutung in der Fränkischen Braugeschichte. Was es mit dem Nürnberger Rotbier, der Unterwelt des Burgbergs und den Bierkiesern auf sich hat, erzählt der SeidlaPOST genau in zwei Wochen (22. Mai 2016) in seiner „Story der Woche“.


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