Franken - Heimat der Biere.

Bier-Glossar

Kleines Lexikon der fränkischen Biertradition: Informatives rund ums Bier – von A wie alkoholfrei bis U wie untergärig.

Darf es ein Zwickelbier oder ein Ungespundetes sein? Was ist Flindern und warum gehen die Franken eigentlich "auf den Keller"? Das Bierland Franken steckt voller Besonderheiten.

Die wichtigsten fränkischen Bierbegriffe sind hier zusammengefasst und kurz erklärt.


Alkoholfreies Bier

Alkoholfreies Bier wird auf zwei Arten hergestellt: Entweder durch Unterdrückung der Alkoholbildung bereits bei der Gärung oder durch den nachträglichen Entzug des Alkohols.


Auf den Keller gehen

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Im Sommer zieht es die Franken "auf den Keller": In Felsenkellern außerhalb der Städte wurde früher das Bier während der warmen Monate kühl gelagert. Schnell kam man auf die Idee, es auch gleich vor Ort unter den Schatten spendenden Bäumen auszuschenken - und so genießt man es heute noch.


Biergattungen

Biergattungen werden nach dem Stammwürzegehalt bestimmt. Einfachbier mit niedrigem Stammwürzegehalt hat weniger als 7 Prozent, Schankbier liegt zwischen 7 Prozent und 11 Prozent, Vollbier zwischen 11 und 16 Prozent und Starkbier liegt über 16 Prozent Stammwürze.


Durstlöscher für Freizeitsportler

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Für Aktive hat Bier einen entscheidenden Vorteil: Mit seinem hohen Wassergehalt und der relativ niedrigen Alkoholkonzentration ersetzt das Bier quasi als isotonischer Durstlöscher schnell die verlorene Flüssigkeit. Die leicht verfügbaren Kohlenhydrate machen den Energieverlust durch den Sport wieder wett. Besonders eignet sich hierfür Leichtbier.


Festbiere

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Sie werden mit einem Stammwürzegehalt von mindestens 13 Prozent eingebraut, sind etwas stärker als „Alltagsbier“ und werden zu besonderen Anlässen und nur in einem begrenzten Zeitraum wie beispielsweise auf Volksfesten, während Bierwochen oder auch zu Weihnachten ausgeschenkt.


Gerste

Braugerste ist der wichtigste Grundstoff für die Herstellung von Braumalz. Man verwendet zweizeilig nickende Sommergerste, deren Hauptanbaugebiet die eiweißarmen Böden Oberfrankens sind.


Gesundheit

Wer Bier maßvoll trinkt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Es verzögert Ablagerungen an den Gefäßwänden, entwässert und hilft sogar bei Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Entzündungen. Selbst der Intelligenzquotient steigert sich bei maßvollem Biergenuss.


Hopfen

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Hopfen ist das Multitalent der Bierzutaten. Seine Bitterstoffe sorgen je nach Biersorte für dezent bis intensiv ausgeprägte Bittere, Hopfenöl gibt ihm den typischen Duft. Hopfen verbessert den Schaum, seine Gerbstoffe klären das Bier.


Malz

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Das Malz ist „der Körper des Bieres“. Nach dem Keimen erhält das Getreide durch Schwelken und Darren seine charakteristischen Farb- und Aromastoffe, das Malz ist jetzt lagerfähig. Für die Herstellung von 100 Litern Pils braucht man rund 17 kg geschrotetes Malz, für Starkbier mehr, für Leichtbier weniger.


Nährwert

Bei den Sumerern und Babyloniern zählte Bier zu den Grundnahrungsmitteln. Im heutigen Bier sind alle wesentlichen natürlichen Bestandteile von Gerste und Hopfen enthalten. Viele Wissenschaftler betonen seine leichte Verdaulichkeit. Ein halber Liter Bier (etwa 210 kcal) enthält übrigens weniger Kalorien als die gleiche Menge Fruchtsaft (etwa 250 kcal).


Obergäriges Bier

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Die obergärige Hefe steigt nach der Gärung nach oben. Durch die im Vergleich höheren Gärtemperaturen haben diese Biere ein sehr umfangreiches und zum Teil fruchtiges Geschmacksspektrum. Typische Vertreter sind Weizenbier, Roggenbier oder Kölsch.


Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot, 1516 vom Bayerischen Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt erlassen, bedeutet rund 500 Jahre Verbraucherschutz in Bayern. Nach wie vor brauen die bayerischen Brauer nur mit Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser.


Bier als Schönheitsmittel

Seit dem Altertum wird äußerlich angewandtes Bier als hochwertiges Kosmetikum eingesetzt. Bereits die Ägypterinnen pflegten mit Bierschaum ihre Haut, Königin Luise von Preußen behandelte mit Bier ihr Dekolleté. Auch heutige Bieranwendungen wie Bierbad, Bier-Mundwasser oder eine Bier-Nagellotion pflegen den Körper in der Natur der Sache.


Seidla

Das Seidla ist der fränkische Bierkrug. Traditionell aus Steingut gefertigt, fasst es einen halben Liter vom süffigen Gerstensaft.


Stammwürze

Darunter versteht man den Extraktgehalt der Würze vor der Gärung, sprich den Gehalt an löslichen Inhaltsstoffen. Diese sind vor allem Eiweißstoffe, Vitamine, Mineralien, Bitter- und Ballaststoffe sowie Malzzucker, der in der anschließenden Gärung von der Hefe verwertet wird. Nach der Gärung beträgt der Alkoholgehalt des Bieres etwa ein Drittel des Stammwürzegehalts.


Untergäriges Bier

Die untergärige Hefe setzt sich am Ende der Gärung unten ab. Die bekanntesten Biere sind Hell, Pils, Märzen oder Bockbiere.


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